A brief history of protest – Hippies, #MeToo, Fridays for future and more

Protest kann viele Formen haben: Als Sit-in, Teach-in, Happening oder auch als Demonstration auf der Straße. Protest kann laut sein, aber auch ganz leise. Wichtig ist nur, dass man es tut. Raus gehen und für die Themen einstehen, die uns alle etwas angehen. Wir haben für euch die wichtigsten aktivistischen Meilensteine der letzten Jahrzehnte zusammengefasst – vom Erkämpfen des Frauenwahlrechts bis hin zu den Fridays for Future-Bewegungen. Und zeigen euch ganz nebenbei, wie wir alle mit kleinen Handlungen im Alltag selbst zu Aktivist*innen werden können. 

FEMALE FUTURE FORCE  

Kaum zu glauben, aber wahr: Frauen dürfen in Deutschland erst seit gut 100 Jahren wählen. Wie es dazu kam? Ganz genau, durch Protest. Und dabei hatten Frauen schon viel früher ihr Recht auf Gleichberechtigung gefordert. Bereits 1849 machte sich Louise Otto, Aktivistin der bürgerlichen Revolution und Herausgeberin einer politischen Frauenzeitung, für die Mündigkeit und Selbstständigkeit der Frauen stark. Heute spricht man bei ihr als eine von wenigen „Einzelstimmen“ in einer „Frühphase“. Denn erst 50 Jahre später gingen Frauen vermehrt für ihre Rechte auf die Straße. Richtig laut wurden sie allerdings erst, nachdem auch die Leistungen der Frauen während des ersten Weltkriegs nicht für politische Gleichberechtigung sorgten. Genug war genug! Kleine Frauenverbände schlossen sich schließlich zu einem Bündnis zusammen, riefen zu kollektiven Demonstrationen auf, schickten Petitionen ab und setzten die Politik unter Druck – mit Erfolg. Am 12. November 1918 wird endlich das deutsche Frauenwahlrecht eingeführt. 

ABOUT HIPPIES, STUDENTS AND REVOLTS 

Erst in den 1960er Jahren werden Demos zum Massenphänomen und zum wirkmächtigsten Instrument der Öffentlichkeit. Die Straße gilt ab sofort als Raum für Demokratie. Genau dieses Medium nutzten tausende von Student*innen 1968 durch Protestmärsche und Sit-Ins, mit denen sie den Verkehr lahmlegten. In großen Universitätsstädten der damaligen Bundesrepublik protestierten sie gegen veraltete Hochschulsysteme, die große Koalition, den Vietnamkrieg und den (Nicht-)Umgang mit der NS-Vergangenheit und rebellierten, inspiriert von der Hippie-Bewegung auf der ganzen Welt, mit freier Liebe und Schlaghosen gegen das verstaubte Geschlechterbild der „heilen Familie“. Doch die friedlichen Streiks nahmen in Deutschland schnell einen anderen Charakter an. Nachdem Rudi Dutschke, die Gallionsfigur der Studierendenbewegung, bei einem Attentat schwer verletzt wurde, kam es in 27 Städten zu teils gewaltvollen Straßenschlachten. 1969, nur ein Jahr später, brach die Studierendenbewegung auseinander. Einige sahen nur noch den Protest mit Waffen als Lösung gegen die politischen Konflikte, woraus sich wiederum auch einige terroristische Vereinigungen bildeten. Andere Aktivist*innen hingegen gingen selbst in die Politik, um direkt etwas verändern zu können. Berühmte Beispiele sind hier Joschka Fischer oder Rudi Dutschke, der sich an der Gründung der „Bremer Grünen Liste“ beteiligte, die als erste grüne Partei in ein Landesparlament einzog. 

PROTESTING NUCLEAR POWER 

In den 70er Jahren ging aus der Ölkrise erneut eine Protestwelle hervor. Mit Kundgebungen und Sit-ins demonstrierten Tausende friedlich gegen die Nutzung der Kernenergie und gingen damit landesweit für die Umwelt auf die Straßen. Die Forderungen des Atomausstiegs führten zu der Bildung einer jungen Subkultur, die erstmals den Schutz unserer Natur thematisierte und einen nachhaltigen Lebensstil anstrebte. Die Proteste um das Atommülllager Gorleben 1979 gelten als Höhepunkt der Bewegung, bei denen in Hannover etwa 100.000 Menschen unter der Parole „Gorleben soll leben!“ demonstrierten. 1980 entstand aus der Anti-Atomkraft- und Umweltbewegung die Gründung der Partei „Die Grünen“, in der auch Joschka Fischer eine wesentliche Rolle übernahm. Drei Jahre später zieht die Partei in den Bundestag ein. 

HARVEY AND #METOO 

Social Media ist ohne Frage ein Medium für Eskapismus und Prokrastination – aber eben auch für größere und kleinere Revolutionen. Denn seit einigen Jahren bringen Facebook, Instagram und Co. ihre wahre soziale Komponente zum Vorschein. Erfolgreichstes Beispiel ist der Hashtag #MeToo, ausgelöst durch Schauspielerin Alyssa Milano, die jenen Hashtag 2017 im Zuge des Harvey Weinstein-Skandals auf Twitter benutzte. Damit löste sie eine weltweite Sexismus-Debatte aus und ermutigte Frauen, über ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung im Alltag zu sprechen. Alleine auf Instagram wurden bis heute 2,8 Millionen Posts mit dem Hashtag veröffentlicht, #MeToo schaffte es sogar ins EU-Parlament. Seitdem werden soziale Netzwerke noch stärker für Botschaften genutzt, die mehr als nur eine schöne Influencer-Bubble sind. Themen wie Gender Equality, Rassismus, Body Positivity oder Black Lives Matter sorgen für wirklich wichtige Messages in unseren Feeds und machen die einst so seichten Medien endlich auch politisch. 

FRIDAYS ARE FOR FUTURE 

2018 beschließt eine damals 15-Jährige Schwedin sich für das Klima zu engagieren und beginnt nach den Ferien vor dem schwedischen Reichstag in Stockholm zu demonstrieren. Mit ihrem Plakat „Skolstrejk för klimatet“ („Schulstreik für das Klima“) forderte sie von der Regierung die Einhaltung des Klima-Übereinkommens von Paris. Die Rede ist von Greta Thunberg, deren Bewegung sich bis heute weltweit Millionen Schüler*innen und Student*innen angeschlossen haben. Seither geht es freitags auf die Straße statt ins Klassenzimmer. Die Aktivist*innen fordern effiziente und schnelle Klimaschutz-Maßnahmen, um das im Weltklimaabkommen beschlossene 1,5-Grad-Ziel der Vereinten Nationen noch einhalten zu können. Seit 2019 rufen FFF-Protagonist*innen zu „Global Climate Strikes For Future“, einem weltweiten Schülerstreik für die Rettung unseres Planeten, auf. Seit 2020 finden diese aufgrund der Corona-Pandemie regelmäßig online statt. Zudem gründeten sich im selben Jahr unterschiedliche Unterstützungsgruppen aus Wissenschaft und Kultur, um die Fridays For Future-Bewegung zu unterstützen, wie die „Scientist for Future“, „Artists for Future“ oder auch „Entrepreneurs for Future“. 

ACTIVISM STARTS IN THE SUPERMARKET 

Tatsächlich muss es nicht immer die große Demo sein, um Veränderungen zu bewirken. Die Geschichte zeigt, dass manchmal schon kleine Entscheidungen etwas bewegen können. Man muss es nur machen. Bestes Beispiel ist da unser letzter Kassenzettel, denn unser Kaufverhalten ist ein super einfacher Weg, um für bewussten Konsum einzustehen und unsere Supermärkte zum Umdenken zu bewegen und das Produktsortiment anzupassen. Billig-Fleisch oder in Plastik abgepacktes Gemüse? Hell, no! Wer stattdessen zu regionalem, fair und biologisch angebauten Obst und Gemüse greift, setzt sich ganz automatisch für faire Arbeitsbedingungen und Bezahlungen und einen nachhaltigeren Anbau ein. Quasi ein Win-Win-Win für alle! Und wer jetzt ratlos vor den Supermarktregalen steht, bekommt von uns eine kleine (Einkaufs-)Liste mit unseren Lieblingsprodukten für ein aktivistisches on- und offline Shoppingerlebnis geschenkt: 

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