Beautiful by nature - the “hots” and “nots” of green cosmetics

Parabene, Paraffine, Silikone – all die schönen Wörter gäben super kreative Vornamen ab, sind aber in Wahrheit Namen für synthetische Inhaltsstoffe aus dem Kosmetikbereich. Aber was steckt eigentlich hinter diesen Inhaltsstoffen und warum werden sie immer wieder kritisch beäugt? Und welche natürlichen Alternativen gibt es? Wir haben einen Blick über den Regalrand geworfen.   

When does it get synthetic? 

Der Begriff „Synthese“ hat seinen Wortstamm im Griechischen: Die „Synthesis“ bezeichnet eine Verbindung von mehreren Elementen zu einem neuen Stoff. Hier wird also nicht nur vermischt, denn es gibt keinen physikalischen Weg zurück zu den Ausgangsstoffen. So weit, so wissenschaftlich. Ob natürlich oder synthetisch: immer handelt es sich um eine chemische Zusammensetzung – und oft ist ein synthetischer Stoff chemisch genauso zusammengesetzt wie sein natürliches Pendant. Es hängt also immer vom konkreten Stoff ab – und davon, wie gut dieser für unseren Körper und die Umwelt verträglich ist.  

Bevor wir einen Überblick über die verschiedenen Arten von Kosmetik geben, möchten wir betonen: es gibt kein „gut“ oder „schlecht“ im Bereich Kosmetik. Vieles ist eine Grauzone und das meiste ist Einstellungssache. Dennoch ist es wichtig, sich bewusst damit auseinander zu setzen, was eigentlich im eigenen Tiegel, Pumpspender oder Stückshampoo so drin ist. Deshalb möchten wir hier zuallererst mit den Begrifflichkeiten aufräumen, denn im eigenen Kulturbeutel können sich dreierlei Arten von Kosmetika tummeln:  

Konventionelle Kosmetik

Was in konventionelle Cremes und Co. darf, regelt, wie für alle anderen Kosmetikprodukte auch, die EU-Kosmetikverordnung. Allerdings sind viele chemisch-synthetische Inhaltsstoffe, die von der EU grünes Licht bekommen, umstritten. Dazu zählen zum Beispiel Stoffe, die in Verdacht stehen die Gesundheit zu schädigen, Allergien auslösen können oder das Grundwasser verunreinigen (etwa Mikroplastik aus Mineralöl).    

Naturnahe Kosmetik

Außen hui, innen häufig hä: In naturnaher Kosmetik stecken in der Regel weniger problematische Inhaltsstoffe. Den Richtlinien von Naturkosmetik genügen sie aber nicht – zum Beispiel, weil noch synthetische Filmbildner oder Sonnenschutzfilter drinstecken. Einige davon sind schlecht biologisch abbaubar und reichern sich in der Umwelt an oder gefährden die Biodiversität der Meere. Deshalb sollte man sich von den Aloe Veras und Haferhalmen auf der Verpackung nicht direkt den Kopf verdrehen lassen, sondern lieber die Inhaltsstoffe kritisch prüfen – sonst wird die natürliche Abschmink-Lotion zur Augenwischerei.  

Naturkosmetik

Naturkosmetika enthalten rein natürliche bzw. naturbasierte Rohstoffe – also solche, die nicht auf Basis von Erdöl hergestellt wurden. „Naturkosmetik“ ist allerdings kein geschützter Begriff, weshalb sich immer ein kritischer Blick auf die Inhaltstoffe lohnt. Zur Orientierung helfen häufig Siegel wie Ecocert und Natrue oder die ISO Norm 16128. Naturkosmetik bedeutet allerdings nicht, dass die Inhalte auch alle aus biologischem Anbau stammen. Reine Bio-Kosmetik erkennt man wiederum an der Kennzeichnung der Inhaltstoffe oder an einem Bio- Siegel.  

Who is who in cosmetics? 

Konventionelle Kosmetik ist nach gesetzlichen Vorgaben produzierte Kosmetik, die zum Teil synthetische Rohstoffe beinhaltet. 

Naturnahe Kosmetik setzt vermehrt pflanzliche Stoffe ein, verzichtet jedoch nicht vollständig auf synthetische Inhaltsstoffe wie beispielsweise Konservierungsstoffe oder Sonnenschutzfilter. Sie genügt damit noch nicht den Richtlinien von Naturkosmetiksiegeln wie beispielsweise Ecocert oder Natrue. 

Naturkosmetik richtet sich nach Regeln gängiger Siegel, entsprechend derer ausschließlich Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs zum Einsatz kommen dürfen. Zusätzlich beinhaltet ein Großteil der Produkte einen gewissen Anteil an Inhaltsstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau. Beinhaltet die Naturkosmetik ausschließlich Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau (bis zu 95%, je nach Bio-Siegel), wird sie als Biokosmetik bezeichnet.   

 

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INCI for Beginners

Das lateinisch-englische „Kauderwelsch“ auf der Rückseite von Kosmetikverpackungen hat einen Namen: INCI. Die Abkürzung steht für die „International Nomenclature of Cosmetic Ingredients“, welche angibt, wie bestimmte Inhaltsstoffe bezeichnet werden müssen. So entsteht eine internationale Vergleichbarkeit und wo „Caprylic Capric Triglyceride“ draufsteht, ist auch Caprylic Capric Triglyceride drin. Außerdem gilt die Regel: Je früher ein Inhaltstoff aufgezählt wird, desto größer die Menge, in der er vertreten ist. 

Welche Inhaltsstoffe in reiner Naturkosmetik nicht zu finden sein dürfen, seht ihr hier: 

The little red list of ingredients (and natural alternatives) 

Erdölprodukte (z.B. Paraffinum Liquidum, Ozokerite, Microcrystalline Wax) 

Erdöl bzw. auf Basis von Erdöl hergestellte Rohstoffe werden aufgrund ihrer Eigenschaften sehr häufig in konventionellen Kosmetikprodukten verwendet. Erdöl zu gewinnen und zu verwerten ist nur leider auf Grund der schlechten CO2 Bilanz prinzipiell klimaschädlich. Dazu kommt, dass in Erdöl-Substanzen regelmäßig Verunreinigungen gefunden werden. Kokos-, Shea- oder Jojobaöl sind gute pflanzliche Alternativen.  

Silikone und PEG-Derivate (z.B. PEG-8, PEG-15, PEG-32) 

Diese werden ebenfalls aus Erdöl gewonnen und sind schwer abbaubar. Sie werden als Hautpflege Additive eingesetzt oder dienen zum Beispiel dazu, nicht-mischbare Flüssigkeiten wie Wasser und Öl zu verbinden (Emulgatoren). Sie sind es auch, die viele Shampoos schaumig machen. Natürliche Alternativen findet man bei einer Vielzahl pflanzlicher Öle oder bei pflanzlichem Lecithin (Hydrogenated Lecithin), einem natürlichen Emulgator. 

Parabene (z.B. Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Benzylparabene) 

Sie können Kosmetika zwar lange haltbar machen, stehen aber unter dem Verdacht, das Hormonsystem zu beeinflussen und Krankheiten zu begünstigen. Auch bei DMDM Hydantoin und Trichlosan handelt es sich um umstrittene Konservierungsstoffe. Wenige aus Erdöl hergestellte Konservierungsstoffe sind auch in der Naturkosmetik zugelassen. Zum Beispiel Potassium Sorbate. 

Mikroplastik (z.B. Acrylate Copolymer, Polyamide, Polyethylene) 

Es gibt sie leider immer noch, die winzigen Kunststoffteilchen für Peelings und Co. Auch wasserlösliche Polymere in Nanogröße, die sich in Flüssigkeiten, Gels oder Wachsen befinden, zählen zu jenen Plastikpartikeln. Diese sind teilweise so klein, dass sie nicht von Kläranlagen gefiltert werden können. Die Folge? Sie treiben für die nächsten hundert Jahre im Meer herum und landen in den Bäuchen von Meerestieren. Mikroplastik ist in zertifizierter Naturkosmetik verboten. 

Do conventional cosmetics work better? 

Dass ein Inhaltsstoff synthetisch hergestellt wurde, bedeutet vor allem eines: er steht in gleichbleibender Qualität und meist in großen Mengen zur Verfügung. Natürliche Inhaltstoffe sind dagegen nicht immer und in kommerziellen Mengen verfügbar. Ihre Beschaffung ist also mit mehr Aufwand verbunden. Dass synthetische Inhaltsstoffe einen besseren Job machen, ist aber ein Gerücht. Denn Wirkung, Konservierung, Duft … das alles lässt sich heutzutage auch mit natürlichen Zutaten erreichen. In die Forschung an guten Zusammensetzungen und die Beschaffung der Rohstoffe wird nur etwas mehr Zeit und Energie gesteckt. Das ist unter anderem auch der Grund, warum Naturkosmetik leider immer noch nicht so günstig angeboten werden kann wie einige konventionelle Alternativen.   

Natural is the new beautiful 

Von Zahnpasta bis Augencreme: Im Durchschnitt benutzen wir täglich zwölf verschiedene Produkte. Unsere Haut nimmt sie auf und viele Inhaltsstoffe gelangen so in tieferliegende Gewebe oder sogar in den Blutkreislauf. So „äußerlich“ sind die meisten Anwendungen also leider gar nicht. Und neben unserem Körper landen sie über den Abfluss im nächsten Schritt meist auch in unserem Wasserkreislauf. Wer also sich selbst und der Umwelt etwas Gutes tun möchte, sollte auf Inhaltsstoffe wie Parabene, Paraffine, Mikroplastik, Silikone und Co. verzichten. Denn auch natürliche Essenzen und Öle lassen Haut und Haare erstrahlen.  

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